Mundgesundheit im Alter

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Ernährung und Mundgesundheit hängen eng miteinander zusammen und beeinflussen sich wechselseitig. Eine gute Mundgesundheit ermöglicht ein genussvolles Essen und Trinken, Wohlbefinden und Teilhabe am Leben.
Apfel in einem künstlichen Gebiss
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Ernährung und Mundgesundheit hängen eng miteinander zusammen und beeinflussen sich wechselseitig. Eine gute Mundgesundheit ermöglicht ein genussvolles Essen und Trinken, Wohlbefinden und Teilhabe am Leben. Dagegen können Erkrankungen und Beschwerden im Mund, wie beispielsweise Mundtrockenheit, Schmerzen oder Entzündungen andere Erkrankungen auslösen. Gleichzeitig kann eine beeinträchtigte Mundgesundheit durch beispielsweise fehlende Zähne, eine schlecht sitzende Prothese oder ein entzündetes Zahnfleisch dazu führen, dass das Essen und Trinken Schmerzen bereiten. Wird die Nahrungsaufnahme dementsprechend verringert, kann eine Mangelernährung entstehen. 

Die Ernährung hat großen Einfluss auf die Mundgesundheit. Zucker- und säurehaltige Getränke und Lebensmittel können Karies verursachen und den Zahnschmelz verringern. Dagegen können feste Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Obst und rohes Gemüse eine gute Zahngesundheit fördern, da durch intensives Kauen Speichel entsteht, der die Zähne reinigt.

Senioren in der Küche
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Ernährungstipps für eine gute Mundgesundheit im Alter:

  • Eine geringe Flüssigkeitsaufnahme und die Einnahme von Medikamente können zu Mundtrockenheit führen. Dies kann wiederum Schluckbeschwerden, eine Schwächung der Abwehrkräfte, Mundgeruch und Schmerzen verursachen. Wichtig: Ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees trinken!
  • Auch wasserhaltige Lebensmittel wie beispielsweise Suppen, Gurken, Melonen oder Kompott können einer Mundtrockenheit entgegen wirken. 
  • Nahrungsmittel mit „Biss“ sorgen für „Gymnastik“ im Mund und fördern somit eine ausreichende Speichelproduktion.
  • Eine ausgewogene Ernährung fördert die Mundgesundheit. Calciumhaltige Nahrungsmittel, wie beispielsweise Broccoli, Grünkohl, Käse und Milch stärken die Zähne. Auch Fluoride, die beispielsweise im Fisch, grünem und schwarzem Tee und fluoridiertem Speisesalz enthalten sind, sind gut für die Mundgesundheit. Förderlich sind zudem die Vitamine A und C in Möhren, Paprika, Grünkohl, Spinat, Feldsalat oder Broccoli.
  • Nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln wie Fruchtsäften oder Salatsoßen mit Essig sollte mit dem Zähneputzen 30 Minuten gewartet werden, um den von der Säure aufgeweichten Zahnschmelz nicht zu entfernen. 
  • Wenn auf Süßigkeiten nicht verzichtet werden kann, sollte nicht über den Tag verteilt genascht werden, sondern direkt nach den Mahlzeiten. Andernfalls würden Kariesbakterien ständig mit Nahrung versorgt werden.
  • Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.in-form.de/wissen/ernaehrung/gute-zahngesundheit-durch-ausgewogene-ernaehrung
Senior putzt sich die Zähne
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Tipps für die Mundpflege im Alter:

Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta gereinigt werden. Auch Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten sollten verwendet werden. Mit einem Zungenreiniger oder einer weichen Zahnbürste kann die Zunge gereinigt werden. Praktische Helfer für die Mundhygiene im Alter können eine elektrische Zahnbürste oder eine spezielle Seniorenzahnbürste mit einem dickeren Griff sein. Eine Lesebrille und ausreichend Licht machen die Mundpflege zusätzlich einfacher.

Reinigungstabletten reichen allein nicht aus für die Reinigung des herausnehmbaren Zahnersatzes. Dieser sollte mindestens zweimal täglich manuell mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Prothesenbürste gereinigt werden. Eine normale Zahnpasta ist für die Reinigung nicht geeignet, da sie die Oberfläche der Prothese anrauen könnte. Stattdessen sollte nur mit Wasser oder einem speziellen Prothesenreinigungsmittel aus der Apotheke oder Drogerie geputzt werden. Nach der Reinigung muss der Zahnersatz gründlich mit Wasser abgespült werden. Damit die Prothese, wenn sie beim Putzen versehentlich aus der Hand fällt, nicht beschädigt wird, kann das Waschbecken mit Wasser gefüllt oder mit einer weichen Unterlage bedeckt werden. 

Bei Fragen und Problemen sollte eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt kontaktiert werden. Auch in stationären Pflegeeinrichtungen werden Zahnbehandlungen von vielen Zahnarztpraxen angeboten.

Viele Senior:innen mit Pflegebedarf sind nicht in der Lage, ihre Mundhygiene eigenständig durchzuführen und benötigen Unterstützung von Angehörigen und Pflegepersonal. Praktische Tipps für den Pflegealltag liefert der Ratgeber „Mundpflege“ des Zentrums für Qualität in der Pflege


Über IN FORM: IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern. Weitere Informationen unter: www.in-form.de.

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